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  Aktuelles

DAV-Positionspapier

Die Verwendung von Kalkhydrat als Fremdfüllerkomponente wird seit vielen Jahren fallweise umgesetzt. Derzeit gibt es regionale Bestrebungen, die Verwendung von Kalkhydrat zwingend vorzuschreiben.

Der DAV vertritt hierzu folgende Ansichten:

  •  Kalkhydrat ist geeignet, die Adhäsion zwischen Bitumen und Gestein zu verbessern. Die Anwendung ist jedoch technisch nur dann sinnvoll, wenn ein nicht ausreichendes Haftverhalten vorliegt, was nicht bei allen Gesteinsarten der Fall ist.
  • Gesteinsarten, deren Petrografie bereits eine gute Adhäsion vermuten lassen, erfordern in der Regel kein adhäsionsverbesserndes Additiv wie z. B. Kalkhydrat. Eine Zugabe wäre in diesem Fall technisch nicht notwendig.
  •  Die Verwendung von Kalkhydrat führt zu einer deutlich erhöhten spezifischen Oberfläche, der durch eine höhere Bindemittelzugabe entgegengewirkt werden muss. Bei Nichtbeachtung kann dies zu einer Kohäsionsverschlechterung, Steifigkeitserhöhung und ggf. einer erhöhten Alterungsneigung führen.
  • Da die Zusammensetzung von Bitumen in Abhängigkeit von der Rohöleprovinienz unterschiedlich sein kann, entstehen durch die chemischen Reaktionen zwischen Bitumen und Kalkhydrat komplexe Wechselwirkungen, die sich in unterschiedlichem Maße z. B. auf die Haftung oder die Alterung auswirken können.
  •  Zur Verbesserung der Adhäsionseigenschaften können neben Kalkhydrat auch gemahlener Kalksteinfüller oder chemische Haftverbesserer eingesetzt werden. Bei chemischen Haftverbesserern ist deren Toxizität zu berücksichtigen.
  •  Grundsätzlich entstehen durch die, zunehmend auch wiederholte, Wiederverwendung kumulativ steigende Füllergehalte im Asphaltmischgut. Es ist zukünftig somit die Pflicht aller Beteiligten, die Füllerbilanz über alle Bereiche zu beachten. Eine obligatorische Fremdfüllerdosierung in Form einer Mindestmenge Kalkhydrat verschlechtert die Füllerbilanz.

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